Wie OSA die Feldauditoren stoppt

Vor über 10 Jahren hatte ich diverse Stellen in der Kirche (OSA, Field Exec Int, RTC) mit dem folgenden Schreiben alarmiert, denn das Rechtsamt der Kirche wollte mich dazu zwingen ein Einschreibeformular für jeden Preclear meiner Feldpraxis unterschreiben zu lassen. Ähnliche Einschreibformulare werden m.W. auch von WISE-Mitgliedern verlangt, d.h. sie müssen sich von ihren Geschäftskunden unterzeichnen lassen, dass es sich bei dem Service um Scientologydienste gemäß L. Ron Hubbard handelt.

Solch ein Einschreibeformular ist ein heftiger Stolperstein und verhindert eine Menge Produktion für uns draussen im Feld. . Und damit die Verbreitung von Scientology. Ich denke heute, dass den Autoren dieser Formulare das auch durchaus bewußt ist und dass das auch die wirkliche Absicht hinter den Formularen ist.

Ich hatte durch diesen Report also versucht, diese Formulare zu verbessern. Ich bekam trotz mehrfacher Erinnerung keine Antwort. Ich teilte also mit, dass ich in dem Falle, weil ich keine Antwort erhalte, das Formular für mich verwerfen werde, also nicht verwenden werde. Selbst das wurde klaglos hingenommen. Ich wurde nie wieder darauf angesprochen.

Diese Erfahrung zeigt mir heute, dass OSA versucht, durch solche juristischen Fallstricke einen Feldmitarbeiter zu stoppen, wenn es nur geht. Doch wenn man versucht es - wie hier geschehen - qualitfiziert zu handhaben, dann verzichten sie lieber auf die Unterdrückung dieser Person, als das System für die anderen Feldmitarbeiter zu korrigieren.

Allein an dieser Reaktion zeigt sich, wie heimtückisch die OSA-Juristen operieren: Wenn einer ihr Spiel durchschaut, weichen sie zurück, um das Spiel mit anderen noch spielen zu können.

Ich hatte dann meine Kritik am Einschreibformular in meine FSM-Hutniederschrift aufgenommen und eine einfache Alternative empfohlen. Das findest Du hier zum Download. - Der Streit um die Hutniederschrift führte letztlich zur Trennung von der Kirche, nicht zuletzt, weil er nie inhaltlich geführt wurde.

Aber nun der originale Text, wie ich ihn 1993 abgeschickt habe:


Stellungnahme zum I-Help-Einschreibe-Formular

(von Dipl.-Ing. Andreas Groß, vom 17. April 1993)

 

In Hinblick auf eine mögliche Wiederaufnahme der Tätigkeit als Feldauditor und I-Help-Mitglied möchte ich das bestehende Einschreibformular Abschnitt für Abschnitt untersuchen und überprüfen:

1. Welche Absichten bislang mit dem Formular verfolgt werden,

2. Auf welchen Policies diese Absichten beruhen,

3. Gegen welche Policies ggfs. verstoßen wird,

4. ob dieses Formular in der Praxis praktikabel ist oder aber die Verbreitung stoppt.

Der Zweck dieser Untersuchung ist es, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Tätigkeit als Feld-Dianetikauditor und infolgedessen als FSM zu schaffen.

Berücksichtigt werden soll dazu die aktuelle Lage der Scientology in Deutschland, die durch eine äußerst schlechte PR und einem sehr unterdrückerischem Klima gekennzeichnet ist. Scientology und Dianetik sind weit davon entfernt als gesavepointet bezeichnet werden zu können. Es ist für einen einzelnen Feldauditor nicht leistbar, seine Umgebung bezüglich Scientology genügend zu handhaben, so daß er mit den Bezeichnungen "Dianetik" und "Scientology" erfolgreich Werbung und Marketing betreiben kann.

Zur Zeit erscheint es mir daher sinnvoller - quasi als Brückenkopf der Orgs in die Gesellschaft - eher mit einer Darstellung nach außen zu werben, die bei den wirklichen Interessen der Zielgruppe anknüpft und die unterdrückten Items (Dn + Scio) umgeht.

Dabei sollte der religiöse Charakter unserer Tätigkeit durchaus betont werden. Eine reine Reduzierung der Darstellung der angebotenen Service auf die Realitätsstufe der WOGs (z.B. "Effizienter arbeiten", "Leistungssteigerung") würde nicht die Zielgruppe erreichen, die durchaus schon im Ruin ist und nach Alternativen zur materiell orientierten Leistungsgesellschaft sucht.

Die korrekte Auswertung der Power-Zeit 1987 (mein erstes halbes Jahr als Scientologe und Dianetik-Auditor) führt zu folgenden Punkten:

* spirituelles Positioning des Auditings: Reinkarnationsarbeit, "Freiheit von der Last vergangener Leben";

* sich als Bestandteil der spirituellen Szene zu empfinden und aktiv an gemeinsamen Veranstaltungen auftreten. Dadurch die Aufmerksamkeit neuer Publics dieser spirituellen Szene (Berufstätige, die den Ruin des WOG-Daseins erkennen und aussteigen wollen) auf sich und damit Dn & Scio lenken;

* Umgehung der zu PTSness führenden Reizbegriffe Dn & Scio, um so den neuen Publics in PTS-freier Umgebung (nämlich im Feldbüro) stabile Gewinne mit der Technologie zu geben und sie so zur Gewißheit führen, daß die Tech funktioniert und weiteren Reach auch trotz der Unterdrückung zu erzeugen.

Der folgende Kopf des Einschreibformulars kann mit geringen Änderungen beibehalten werden, denn er ist integraler Bestandteil eines Einschreibformulares, das ein Vertragsverhältnis zwischen Auditor und PC begründen soll:

Folgende Begriffe sollten jedoch im Einschreibformular vermieden werden, um keine MUs riskieren und dem Feldauditor die Freiheit zu lassen, LRH-Daten und Vokabular nach seinem Ermessen zum richtigem Zeitpunkt einzuführen: "Feld-", "Preclear", "Auditing", "Dianetik" und "Scientology" (beides im folgenden Absatz).

Das Einschreibformular krankt daran, daß versucht wurde, ganz unterschiedliche Absichten in einem Blatt unterzubringen. Doch das schafft Probleme.

Einschreibformulare dienen dazu, ein rechtliches Verhältnis zu begründen. Viele Menschen haben einen Knopf auf Verträge und Unterschreiben. Dem sollte man Rechnung tragen und das Formular nicht überbelasten und nur möglichst wenig reinpacken: Nur so viel, wie wirklich erforderlich. Es gibt offensichtlich eher zu viele Stopps auf den Introlinien der Brücke... Laßt uns unnötige Barrieren beseitigen!

Einer der überflüssigen Abschnitte im Formular, ist der Folgende mit den Definitionen von Auditing, Dianetik und Scientology. Nicht in allen Fällen habe ich beim Vertragsabschluß für zu lieferndes Auditing schon diese Begriffe eingeführt oder geklärt. Bei der Dissemination gibt es zwei wichtige Skalen: Kontakten, Handhaben, Ruin etablieren und zum Verstehen bringen und Hilfe, Kontrolle, Kommunikation und Interesse. Bei beiden Skalen ist der letzte Punkt der erste Moment an dem Wortklären über Begriffe wie Scio, Dn etc. erforderlich werden.

Es kann gut sein, daß eine Person sich von mir auditieren läßt, ohne wissen zu wollen, was das genau ist und von wem das ist. Also ok, ein Auditor ist interessiert und nicht interessant, gib ihm technische Gewinne und kläre nicht unnötig geladene Begriffe:

Wenn beim Vertragsabschluß jedoch der richtige Zeitpunkt sein sollte, kann ich auch ohne Einschreibeformular diese Begriffe mit dem PC klären.

Darüberhinaus verstößt die Erwähnung von Scientology und Scientology-Kirche in einem Dianetik-Feldauditor-Einschreibeformular gegen das folgende HCO PL vom 25. Jan 1957 II:

"No letters or literature should cross the words Dianetics and Scientology. They should be maintained separately. It is the basic truth that Dianetics is a mental therapy which was developed out of the body of knowledge called Scientology, as fully discussed in an early Journal of Scientology (1952), but the legal position and the actual practice of these two subjects means that they must be kept apart."

Später schreibt er im gleichen HCO PL: "These subjects should not then be carelessly connected, and no statement should exist in our literature demonstrating that Dianetics is Scientology or Scientology is Dianetics, since this would be far from fact."

 

Das begründet er nicht nur vom technischen und vom Legal-Viewpoint, sondern auch aus der Dissem-Sicht: "We have two different publics to which we are appealing. One of these publics can be counted upon as quasiliy indoctrinated to the slave animal psychology frame of thought imported into the United States from Europe during the past half century, and these people believe in the methodology of the mind. Their believe does not carry them forward toward any possibility that a human spirit exists."

Wie gesagt, am besten ein Feldauditor verzichtet auf die Erwähnung der technischen Fachbegriffe Dianetik, Auditing oder Scientology in seinem Einschreibformular.

Der folgende Satz ist jedoch elementar und unverzichtbar in dem Einschreibformular, weil er den Auditor vor potentiellen Angriffen der Ärzteschaft absichert. Der Begriff "Auditor" sollte jedoch gemäß der Begriffsbestimmung im Marketing des Feldauditors angepaßt werden können oder durch den Namen des Auditors ersetzt werden können.

Der letzte Satz sollte weggelassen werden können, wenn der Auditor diese Zeichen gar nicht verwendet.

Der folgende Abschnitt bringt den PTS A-J-Check in das Formular mit rein. Ich halte nach meinen Erfahrungen dieses Vorgehen für eher schädlich.

Selbstverständlich ist es erforderlich, vor dem Beginn des Service diesen PTS A-J-Check zu machen: idealerweise am E-Meter, wie es auch in der Org geschieht. Es ist jedoch nicht erforderlich, sich das Ergebnis des Checks vom PC unterzeichnen zu lassen (dafür kenne ich jedenfalls keine Referenz). In der Praxis als Feldauditor hat es sich als erfolgreich herausgestellt, diesen Check im Rahmen der persönlichen Vorgespräche und Interviews zwang- und formlos miteinzuflechten. Dadurch lenkt man zum einen nicht die Aufmerksamkeit darauf und erhält somit recht wahrheitsgetreue Angaben von der Person. Wenn jedoch die Person, wie im ersten Satz, erstmal daraufhingewiesen wird, daß einer der Punkte eine Disqualifikation bedeutet, bekommt man eher falsche Angaben, denn bei der Einschreibung ist die Person ja geclost und sie will jetzt alle Stopps aus dem Weg haben und notfalls lügen:

Der nächst Absatz scheint mir keinen Sinn zu geben, denn die Einschreibung beinhaltet ja gerade das Eingehen einer Vertraglichen Beziehung mit dem Auditor:

Der Rest des Satzes und der Folgesatz ist zwar korrekt aber einerseits überflüssig, (denn man muß ja in einem Vertrag nicht unbedingt schreiben, was er alles nicht umfaßt) und andererseits lenkt er die Aufmerksamkeit des neuen Publics auf eine Verbindung (nämlich die des Feldauditors mit den Scientology-Kirchen), wo die Aufmerksamkeit glücklicherweise noch gar nicht ist:

Diese Sätze erscheinen mir nur in den Organisationen sinnvoll, wo der PC diese vertragliche Beziehung vermuten könnte und man insofern klarstellen sollte, daß sie nicht existiert: Z.B. wenn der PC sich in einem privaten Dianetik-Informationszentrum einschreibt und durch die Außenwerbung ("Dianetik-Zentrum Wandsbek, Gemeinde der Scientology-Kirche Hamburg" o.ä.) denken könnte, er geht einen Vertrag mit der Hamburg Org ein.

Der folgende Satz kann dem Sinn nach bestehen bleiben, sollte aber um den unterstrichenen Satzteil gekürzt werden, um nicht unreal zu sein: Man kann eine neue Person wohl kaum per Vertrag an die Einhaltung der grünen Volumes verpflichten: Das ist alles andere als die Realitätsstufe der neuen Person:

Der folgende Abschnitt möchte sicherstellen, daß kein Illegal-PC geserviced wird. Genau wie beim PTS A-J-Check sollte dieser Check möglichst früh noch im Gespräch oder einem Interview gemacht sein (das kann man sich ja selbst notieren, daß man das überprüft hat, wer das war und wann, so daß man was in den Akten hat - ich habe mir für die Kontrolle der Admin eine Checkliste für jeden PC gemacht, den ich mit in seinen Folder lege):

Schließlich kommt noch die Absicht von Qual durch, daß niemand, der Out-Tech erfahren hat, darüberhinweg weiteres Auditing erhält. Doch dies gehört gewiß nicht in ein Einschreibungsformular eines Feldauditors der weitgehend nur an völlig neue Leute liefert oder an Leute, die schon seit Jahren nicht mehr auf Linien sind und die er durch seinen Service erst wieder auf Orglinien bringen will:

Abschließend die übliche Schlußformel, die so wie sie ist, bestehen bleiben kann. Die Begriffe "Feldauditor" und "Preclear" sollten entsprechend wie oben ausgeführt ausgetauscht werden:

 

Ich hoffe, daß ich mit diesen Anmerkungen zu einem policy-gerechten und für die Verbreitung förderlichen Einschreibformular beigetragen habe.

Andreas Groß


Änderungsstand: 10. Juli 2004 - Copyright © 2004 by Andreas Groß, Schweiz
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