Eine böse Falle in die revidierte Brücke eingebaut

Gerade vergleiche ich das HCO PL 23. Oktober 1980 II Tabelle der gewonnenen Fähigkeiten für die unteren Stufen und die erweiterten unteren Grade in der ursprünglichen und der revidierten (gegenwärtigen) Fassung vom 16. November 1987.

Vielleicht interessiert es auch Dich - lieber Leser - was sich das RTRC hier angemaßt hat zu verändern:

Ich stelle mal die Überschriften der Abschnitte tabellarisch gegeneinander dar:

HCO PL 23. Oktober 1980 II HCO PL 23. Oktober 1980R II
vom 16. November 1987 (RTRC)
Gruppenauditing Gruppenauditing
Ko-Auditing Prozesse der Div. 6: Fähigkeit: Persönliche Fallverbesserung bei einem selbst und die Fähigkeit, anderen mit Ko-Auditing zu helfen einfach weggelassen! Das will Ron nach seinem Tod einfach nicht mehr und RTRC weiß das genau!
Life-Repair Life-Repair
Anmerkung:
Wenn der C/S entscheidet, dass ein PC Zwei-Weg-Kommunikation oder Rudimente oder eine andere Reparatur hinsichtlich seines Lebens und seiner Livingness benötigt, bevor er eine größere Anfangsaktion wie den Reinigung-Rundown machen kann, kann eine solche Reparatur als erste Aktion gemacht werden. Dies ist keine obligatorische Aktion und wird nur auf die Anweisung des C/S gemacht.
Diese Anmerkung fehlt hier einfach.

Naja, war ja eh nicht obligatorisch, also können wir es ruhig weglassen.

Reinigungs-Rundown Reinigungs-Rundown
Warum fehlt das hier? Vielleicht gehört das zu dem Div-6-Ko-Auditing, denn die Objektiven Prozessen wurden ursprünglich im HQS-Kurs (Div 6) ko-auditiert. Objektive Prozesse
Überlebens-Rundown einfach weggelassen!
Was hat Scientology auch mit Überleben zu tun? Bähh!
NED-Drogen-Rundown einfach verschoben auf nach die Grade! Und das finde ich wirklich den größten Klopper! Erläuterung nach der Tabelle!
Dianetik-Fallabschluß wie schon an anderer Stelle berichtet ans Ende verschoben: Die Brücke auf den Kopf gestellt
Scientology-Drogen-Rundown Scientology-Drogen-Rundown
Erweitertes ARK-Straightwire Erweitertes ARC-Straightwire
Erweiterter Grad 0 Release Erweiterter Grad 0 Release
Erweiterter Grad 1 Release Erweiterter Grad 1 Release
Erweiterter Grad 2 Release Erweiterter Grad 2 Release
Erweiterter Grad 3 Release Erweiterter Grad 3 Release
Erweiterter Grad 4 Release Erweiterter Grad 4 Release
s.o. NED-Drogen-Rundown
s.o. Dianetik-Fallabschluß
  Clear

NED-Drogenrundown hinter die Grade verschoben!

Und das finde ich - nach dem Verschieben von Dianetik hinter die Grade - wirklich den größten Klopper! Im Grunde wird damit vorprogrammiert, dass alle Alkoholiker in Scientology scheitern, denn sie werden über ihre Drogensucht hinwegauditiert, selbst wenn die berühmte 24-Stunden-Regelung eingehalten wird.

Ein Alkoholiker ist jeder, der zum "Entstressen" oder aus anderen Rechtfertigungen wie "gesellschaftliche/ berufliche Anlässe" etc. regelmäßig trinkt. Mit regelmäßig ist auch "nur alle zwei Wochen mal ein Bierchen" gemeint, denn man kann sicher sein, dass dieses Bierchen nun genau dann genossen wird, wenn man im Leben einmal etwas zu konfrontieren hätte. Statt "der Weg hinaus ist der Weg hindurch" ist das Motto des Alkoholikers: "Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren!"

Ich zitiere LRH dazu aus seinem PAB Nr. 87 vom 5. Juni 1956 Seite 5:

"In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass das Ziel der Scientology darin besteht, die Selbstbestimmung des Preclears zu erhöhen. Das schließt von vornherein Hypnose, Drogen, Alkohol oder andere Kontrollmechanismen aus, die in anderen und älteren Therapien verwendet wurden. Man wird auch feststellen, dass diese Dinge nicht nur nicht nötig, sondern auch dem Ziel, dass der Preclear größere Fähigkeiten erlangt, direkt entgegengesetzt sind."

Ich habe mich gewundert, warum ich in Scientology auch noch so viele Alkoholiker antreffen - gerade auch unter Prä-OTs.

Definition präsentiert aus dem Roche-Lexikon Medizin (erschienen im Urban & Fischer Verlag, München):

Alkoholiker

Syn.: Alkoholkranker exzessiver Trinker. - Nach Jellinek Typen wie folgt:

  • alpha-Typ: Konfliktbetäubungstrinker; mit zeitweiser psychischer Abhängigkeit u. Fähigkeit zu Abstinenz;
  • beta-Typ: Gelegenheitstrinker; nicht regelmäßiger übermäßiger Alkoholkonsum, körperliche Komplikationen;
  • gamma-Typ: mit physischer, später auch psych. Abhängigkeit; Toleranz erhöht, Entzugssymptome, soziale Schäden, Wesensänderung; so auch der
  • delta-Typ, zusätzlich Unfähigkeit zu Abstinenz;
  • epsilon-Typ: episodisch zu Alkoholexzeß neigend (Dipsomanie ).

Dipsomanie

Alkoholismus als »periodische (tage- oder wochenlange) Trunksucht« aus äußerer oder innerer Unruhe; zwischen den Trinkphasen besteht relative oder absolute Abstinenz.

Unter Alkoholiker verstehen die meisten (Alkoholiker) den auffälligen epsilon-Typ (s.o.), der unter Dipsomanie (s.o.) leidet. Doch bzgl. unserer Brücke muß auch schon der Alfa-Typ gehandhabt werden: Denn wenn man "aus gesellschaftlichen Anlässen" trinkt, "um nicht überall anzuecken", dann wird man insbesondere auch dann mal sein Bierchen aus dem Kühlschrank holen, wenn man "durch das Leben" einmal restimuliert wurde und eingekeyt ist. Man erschafft sich so einen chemischen Release und geht halt nicht durch.

Ich schätze einmal, dass fast 99 % der deutschen Bevölkerung zu diesem alpha-Typ gehören und ungehandhabt daher nicht die Chance haben, auf der Brücke Gewinne zu haben. Aus diesem Grunde hatte LRH die vollständige Drogenhandhabung (wie er sie im HCO BULLETIN OF 4 JULY 1971 C/S Series 48 DRUG HANDLING beschrieben hat) als Standardschritt für jeden PC auf die Gradkarte gesetzt. Ich schrieb "99 % der deutschen Bevölkerung", denn im Vergleich gibt es z.B. in Ägypten nur deutlich unter 5% der Einwohner, die bereit sind, Alkohol zu trinken. Diese Moslems legen den Koran sehr eindeutig aus und verachten jeden Trinker. Die durchschnittliche Tonestufe der Ägypter ist entsprechend deutlich höher als die der Deutschen.

Aus dem gleichen Grund hat das neue Management diesen Schritt (NED Drogen-RD) hinter die Grade verbannt, so dass in der Praxis kaum jemand in den Genuß dieses Schrittes gelangt, denn viele PCs originieren Clear, bevor sie zu diesem Schritt kommen und können die Drogenhandhabung dann nicht mehr an dieser Stelle erhalten und werden auf die OT-Stufen vertröstet, wo es wieder eine Chance geben soll.

Steht im HCO B 4 JULI 1971RD C/S Series 48 DRUG HANDLING geschrieben:

"ALKHOLOL wird auch als Droge gerechnet und im Auditing genauso behandelt.

...

Drogen werden als erstes behandelt.

Warum? Weil Drogen einen widerstrebenden Fall erzeugen! Andere Dianetik-Aktionen und Scientology werden erfolglos sein, wenn Drogen nicht als erstes behandelt werden.

Wenn heute Dianetik-Auditing bei einem Fall fehlschlägt, ist entweder das Auditing fehlerhaft, oder der Betreffende war auf Alkohol oder Drogen, die nicht mit Dianetik behandelt worden sind.

...

Nochmals: Drogen oder Alkohol erzeugen in den meisten Fällen einen widerstrebenden Fall. Daher muß dieser Punkt in Ordnung gebracht worden sein, bevor der Betreffende Fallgewinne erzielen und behalten kann."

Wenn man erkennt, dass 99 % der Bevölkerung nicht abstinent (bzgl. Alkohol) leben und durch diese Veränderung der Brücke insofern nicht gehandhabt werden und daher einen ungehandhabten widerstrebenden Fall erleben, werden schon aufgrund dieser einen technischen Veränderung 99 % der Leute, die in Scientology starten die Brückengewinne vorenthalten! D.h. nur die 1 %, die unabhängig von dieser Drogenhandhabung abstinent leben, haben eine Chance.

Wenn man dann noch die zweite wesentliche Maßnahme des neuen Managements dazunimmt, die Auditingpreise so hoch anzusetzen, dass nur 1 % der Bevölkerung sich die Brücke überhaupt leisten kann, dann werden es durch diese beiden ("kleinen") Veränderungen 99,99 % der PCs nicht schaffen!

Für eine Drogen- und Alkoholfreie Scientology, für die Anwendung von KSW, so dass die ursprüngliche, lrh-getreue Brücke geliefert wird und alle es schaffen können!

Der NED-Drogenrundown muß wieder an den Anfang der Brücke, gleich nach den Einführungsdienstleistungen, wie es ursprünglich einmal war!

Andreas

P.S.

Ich habe mir das HCO BULLETIN OF 4 JULY 1971 C/S Series 48 DRUG HANDLING genauer angeschaut. Es ist inzwischen sechs mal (!!!!!!) revidiert worden, zuletzt am 8. April 1988!!!

Darin wurde z.B. wichtige Sätze weggelassen: So z.B. die Erinnerung, dass es natürlich auch für Alkoholiker gilt, dass diese auf einen Special TRs Kurs müssen, um die Entzugssymptome vom Alkohol zu vermeiden. Oder der Satz: "Die TRs und andere Schritte auf dem speziellen TR-Kurs verbessern ihren Konfront." Oder nach dem Satz "Drogen werden zuerst gehandhabt" wurde weggelassen: "Sie werden NICHT nach der Gesundheits-Form und regulärem Dianetik gemacht."

Und dann verschwand ein so wesentlicher Bestandteil des von Ron angewiesenen "Vollen Auditing Rundown", wie

"Erstens: Ein spezieller TR-Kurs für Ex-Drogen-Nehmer oder Alkoholiker."

Statt der routinemäßigen Drogenhandhabung für jeden PC (wenn nichts anzeigt, kann der Rundown natürlich sofort beendet werden), steht in der Revision der Revision der Revision der Revision der Revision der Revision, dass der NED-Drogenrundown in Betracht gezogen werden muß, wenn der PC aufgrund von ungehandhabter Drogen auf den Graden in Schwierigkeiten gerät.

Ron hatte das ja genau herausgefunden, dass alle gefloppten PCs auf ungehandhabte Drogen zurückgeführt werden konnte und daher die Drogenhandhabung zum Standardbrücken-Schritt erhoben. Dann muß man einen PC nicht erst festlaufen lassen und dann auf diese Idee kommen (denn das steht ja nicht als Etikett am gebuggten Fall dran, dass der Bug auf ungehandhabte Drogen basiert), bevor man den Schritt wieder für diesen PC einfügt.

Stattdessen werden z.B. in der Hamburg Org Parties gefeiert und Sekt mit Alkohol und Bier ausgeschenkt. Dies wird bei erstaunter Nachfrage mit mündlichen Daten gerechtfertigt. Für die PCs, die vielleicht noch Schwierigkeiten damit haben, sich ganz von Drogen loszusagen, sind solche Parties dann Rechtfertigung genug, an ihren "Genußmitteln" fest zu halten.

Abschließend noch eine Randbemerkung von mir: Vielleicht trete ich hiermit dem einen oder anderen Scientologen auf die Füße, der "gerne noch mal ein Gläschen trinkt". Mir geht es nicht darum, Leute zu verteufeln, die noch in einer Falle stecken. Wir Auditoren sollten niemanden wegen seines Falles abwerten. Ich habe auch noch die eine oder andere Falle, in der ich drin stecke und für die ich von anderen verdammt werde. Es kommt nicht darauf an, herumzudiskutieren, wessen Falle die schäbigere ist. Es kommt darauf an, zu erkennen, in welcher Falle man noch steckt und die Entschlossenheit zu entwickeln, auch dagegen die technisch korrekten Schritte einzuleiten.

Ich habe leider zu viele meiner Selekties auf ihrer Brücke in der Kirche scheitern sehen, weil der C/S diese nicht auf den NED-Drogen-RD programmiert hat. Es wurde nur peinlichst darauf geachtet, dass die "24-Stunden-Regel" eingehalten wird. Diese wird sogar insofern als Referenz genommen, um den Drogenkonsum zu rechtfertigen. Das hat nichts damit zu tun: Wenn der PC diese 24 Stunden lang trocken ist, bekommt er Auditing: Aber nur mit dem Ziel, dass er von den Drogen los wird. Und erst dann, wenn er keinerlei Drogen mehr nimmt, dann kann er die Brücke hochgehen!

Ein C/S sollte diesen Tatbestand immer im Auge behalten und angesichts von dem Datum, dass 99 % aller Deutschen mehr oder weniger Alkohol trinken, sollte er erst einmal bei jedem PC unterstellen, dass sein Drogen-Case ungehandhabt ist, bis er ausdrücklich gehandhabt wurde (oder der Ausnahmefall als solcher erkannt und bestätigt ist).

Andreas


Änderungsstand: 06. September 2004 - Copyright © 2001 by Andreas Groß, Schweiz
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