Fehler in der PTS-SP-Tech-Anwendung der CoS

Die PTS-SP-Tech wird heute in der Scientology-Kirche auf eine Art und Weise gelehrt und angewendet, dass der Anwender damit Verluste erleiden muss.

Darüberhinaus habe ich einen Artikel über den Begriff PTS-A geschrieben, der auf einer Fälschung beruht.

Der Hauptfehler im von der CoS verbreiteten Verständnis der PTS-SP-Tech liegt darin, sie aus dem Kontext gerissen zu haben.

Der Kontext besteht darin, dass normalerweise alle psychosomatischen Krankheiten (das sind per LRH 70 % aller Krankheiten) mit Hilfe der Dianetik ausauditiert werden können. Jedoch stellte sich anfang der 50er heraus, dass nur 80 % der PCs stabilen Gewinne durch Dianetik verbuchen konnten. Die anderen "roller coasterten", verloren ihre Gewinne wieder und beschwerten sich verständlicherweise darüber. D.h. sie wurden zur Quelle von Trouble (PTS). Denn ein gewisser Teil dieser PTS-Fälle verlangte sein Geld zurück, fühlten sich betrogen, forderten kostenlose Nachbesserung oder wandten sich sogar an die Medien, die diese Fallgeschichten begierig aufgriffen, um zu belegen, dass "die Tech nicht funktioniert."

Dieser Kontext wird durch die folgenden Definitionen von PTSness aus dem Tech-Dictionary belegt:

# 1 Eine Person oder ein Preclear, die oder der "Achterbahn fährt", d.h. sie oder er verbessert sich und verschlechtert sich dann wieder. Dies passiert nur, wenn die Verbindung zu einer unterdrückerischen Gruppe oder Person ungehandhabt ist. So eine Person muß, um die Gewinne aus der Scn beständig zu machen, Processing erhalten, das darauf zugeschnitten ist, diese Sache zu handhaben. ISE Seite: p. 48 Autor: L. Ron Hubbard

# 2 Jemand, der mit einer unterdrückerischen Person verbunden ist, die ihn selbst, sein Sein (Beingness), sein Processing oder sein Leben abwertet. SH spec 63, 6506C08 Autor: L. Ron Hubbard

# 3 Bedeutet, daß der Fall erst hoch gehen und dann wieder herunterfallen wird. Er ist eine Quelle von Schwierigkeiten, denn er wird wieder umkippen. Er ist eine Quelle von Schwierigkeiten, denn er wird Schwierigkeiten verursachen. Und er macht seinem Auditor, uns und sich selbst Schwierigkeiten. SH spec 68, 6510C14 Autor: L. Ron Hubbard

# 4 Damit ist jemand gemeint, der mit einer Person oder Gruppe in Verbindung steht, die gegen Scn eingestellt ist. Es ist eine technische Sache. Es führt zu Krankheit und Achterbahnfahrerei und ist die Ursache dafür. HCOB 17.4.72 Autor: L. Ron Hubbard

Das heißt: PTS waren die Personen, denen mit routinemäßigem Dianetik so nicht geholfen werden konnte, wenn nicht der Unterdrücker gefunden und behandelt wurde.

Ein anderer Begriff für solche gescheiterten Fälle war "Widerstrebende Fälle" (engl. resistive Cases). Es wurde später erkannt, dass es weitere Ursachen - neben der PTSness - gab, warum Fälle sich dem normalen Auditing wiedersetzten: z.B. PC begeht kontinuierlich Overts, PC auf Drogen oder Alkohol, frühere Praktiken, Out-of-Valence, übersprungene Grade, Mißverständnisse im Auditing, nichtattestierter Clear (siehe HCO B 30. Juni 1971 Expanded Greenform 40)

Die Handhabung für eine Person mit körperlichen Problemen war also früher (bis in die 70er) immer der folgende:

1. sollten alle funktionierenden medizinischen oder ernährungswissenschaftlichen Maßnahmen ausgeschöpft werden.

2. Der PC bekam ihr Dianetikauditing gezielt als Assist auf diese Krankheit oder diesen Unfall.

3. Wenn das keine stabilen Gewinne ergab, wurde mit der Greenform und der Expanded GF etabliert, welche Ursache den Fallfortschritt behinderte. Diese Ursache wurde im folgenden behandelt.

4. Wenn als Ursache eine Verbindung mit einer unterdrückerischen Person bestimmt werden konnte, dann wurde eine PTS-Handhabung verordnet: PTS-C/S-1, PTS-Interview, PTS-RD und ggfs. Suppressed Person RD.

Zur Ausbildung von Auditoren für die Lieferung des PTS-RDs gab es den ausführlichen PTS-SP-Kurs, in dessen Mittelpunkt die Merkmale einer Unterdrückerischen Person stehen. Diese werden durch LRH-Referenzen in chronologischer Reihenfolge studiert: D.h.

Soweit war noch alles in Ordnung: Der kranke PC bekam erst technische Hilfe und nur wenn bei Problemen PTSness etabliert wurde, schaute man nach der Quelle der Unterdrückung: Dem SP.

Doch dann wurde mithilfe einer LRH-Referenz seit den 80ern dieses Vorgehen verdreht und verändert. Es handelt sich um die folgende radikale Aussage:

Alle Krankheiten in größerem oder geringeren Grade und jedes Verpfuschen einer Sache stammen direkt und ausschließlich von einem PTS-Zustand her. HCO B 10. August 1973 PTS-Handhabung.

Dieser Referenz wurde ursprünglich verwendet, um einer Person, die bereits als PTS identifiziert war (20 %) und daher vom C/S an die Ethikabteilung überwiesen wurde, ein grundlegendes Verständnis ihres Zustandes zu geben.

Doch durch die radikale Aussage kann man die Referenz so auslegen, dass sie auf 100 % aller PCs zutrifft, was der gesamten PTS-Technologie widerspricht (gemäß derer es um 20 % der Fälle geht): Denn wer auf Planet Erde ist niemals krank oder verpfuscht niemals eine Sache? Nichteinmal LRH war davor gefeit. Natürlich gibt es auch immer eine Verbindung zu SPs in all diesen 100 % der Fällen, denn wer kann sich von sämtlichen SPs und ihren Einflüssen völlig freimachen, solange er auf Planet Erde gefangen ist?

Ein weiteres falsches Datum fördert diesen Gesichtspunkt von "jeder ist letztlich PTS": Eine Umdefinierung von Roller Coastern. Ich zitiere hier einmal LRH aus dem Tech-Dictionary, was das genau ist:

Achterbahnfahrer [englisch: roller-coaster] # 1 Ein Fall, der sich verbessert und verschlechtert. Ein Achterbahnfahrer steht immer mit einer unterdrückerischen Person in Verbindung und wird keine stetigen Gewinne erreichen, bevor der Unterdrücker zu diesem Fall oder die grundlegende unterdrückerische Person von früher gefunden ist. Weil der Fall nicht in Ordnung kommt, ist er uns, anderen und sich selbst ein möglicher Ärgernisverursacher (PTS). HCOB 8.11.65 Autor: L. Ron Hubbard

# 2 Ein heftiges Absacken nach einem Gewinn. PCs, die ihre Gewinne nicht behalten, sind PTS. HCOB 9.12.71RA Autor: L. Ron Hubbard

# 3 Verbessert sich, verschlechtert sich, verbessert sich, verschlechtert sich. SH spec 63, 6506C08 Autor: L. Ron Hubbard

Also geht es eindeutig um das Gewinnen und Verlieren von Fallgewinnen. Also z.B. die Magenschmerzen sind gehandhabt worden und dann doch wieder nicht. Dies wird verbal umdefiniert als ein emotionelles Auf-und-Ab. Man könnte meinen, dass Roller-coastern auch darauf Verwendung findet, weil man bei großem Auditinggewinn so glücklich und hochtonig ist und das als Fallgewinn sieht. Leider bleibt diese Hochtonigkeit nicht bestehen. Doch das hat nichts mit PTSness zu tun, denn es trifft alle 100 % der Fälle. Vielmehr hängt es mit dem ursprünglichen Zweck der Emotion zusammen. Sie ist ein Ergebnis und Indikator, inwieweit ein Wesen seine Ziele erreicht oder verfehlt. Wenn man die Hindernisse überwindet, die einem vom Ziel abbringen wollen, ist man glücklich. Also: wenn man Auditinggewinne hat, ist man glücklich. Wenn man in unüberwindlich scheinende Stopps läuft, ist man unglücklich. Dies ist ein Regelmechanismus, da man nach Glücklichsein strebt, muß man überlebensorientiert auf den Dynamiken handeln oder wird mit unglücklichsein bestraft. Das ist die wirkliche Quelle von emotionellem Auf-und-Ab und ist ein integraler Bestandteil des Lebens. Das wird wohl nicht ausauditierbar sein.

Doch man findet Scientologen, die emotionelles Auf-und-Ab als PTSness mißverstehen:

So eröffnet Eric Townsend in seinem Buch über PTSness ("Immer wieder ein Tief?" in Deutsch 1991 im Apfelbaum-Verlag, Baden erschienen) das Thema wie folgt:

"An machen Tagen wachen wir auf, fühlen uns glänzend und könnten die ganze Welt umarmen. Egal ob die Sonne scheint, oder ob sie sich hinter dunklen Wolken verbirgt, steigen wir beschwingt und fröhlich aus dem Bett. - Aber es gibt auch Tage, da erscheint uns alles schwarz und hoffnungslos und wir möchten am liebsten in die Vergessenheit des Schlafes zurücksinken. ... Früher oder später wendet sich ihre Stimmung aber wieder, und sie sind fröhlich, gut aufgelegt und wie ausgewechselt - bis das nächste Tief kommt."

Statt den allgemeinen Fall (Engramme, Secondaries und Locks oder auch den OT III-Fall) dafür verantwortlich zu machen, reduziert Eric das emotionelle Auf-und-Ab auf die Verbindung zu einem SP und beschreibt im Rest des Buches, wie man diesen erkennt.

Auch in dem bekannten Buch von Ruth Minshull "Auf und Ab" (englisch "Ups and Downs", Deutsch 1977 im VAP-Verlag Wiesbaden) wird das "Auf und Ab", das Achterbahnfahren (deutsch für LRHs-PTS-Begriff "Roller-Coastern") auf das Auf-und-Ab der Emotionen bezogen:

"Viel zu viele von uns [mehr als 20 %?! fragt Andreas] müssen jedoch andauern Höhen und Tiefen durchstehen, für die es scheinbar keinerlei Gründe gibt. - Was verursacht diese unbegreiflichen Stimmungsschwankungen?"

Auch hier nennt sie nicht allgemeine Fallaspekte wie restimulierte Engramme etc, sondern ausschließlich Unterdrückung als Ursache:

"ES IST UNTERDRÜCKUNG, DIE DAS GEFÜHLSMÄSSIGE ACHTERBAHNFAHREN VERURSACHT."

Diese beiden Beispiele habe ich genommen, weil es zitierbare Fälle sind, wo Scientologen der Fehlinterpretation der Daten aufsitzen. Doch ist dieses falsche Datum sehr weit verbreitet: Auch in den HGCs der Kirche!

Aber es ist einfach nicht praktikabel, bei 100% der Fälle auf SP-Suche zu gehen, von einer PTS-Situation auszugehen. Denn das würde bedeuten, der Tech erst gar keine Chance zu geben, ob sie greift.

Tatsächlich wird jedoch heute in der Kirche genau so verfahren: Wenn jemand mit einer Krankheit hereinkommt, dann wird erst gar kein Versuch in der Tech-Abteilung mehr gemacht, mit Dianetik oder anderen Assists zu helfen, sondern die Person wird gleich in die Ethikabteilung geschickt, wo mit einem PTS-C/S-1 und 10.-August-Handhabung der Unterdrücker gesucht wird. Sollte das scheitern, dann wird erst professionelles Auditing angewandt, um mit Search&Discovery "den SP" zu finden und "die PTSness" herauszuauditieren.

Das bedeutet für 80 % der Fälle ausgelassene Schritte, eine falsche Anzeige (PTSness) und dann entsprechend in der Folge wachsende Schwierigkeiten:

Denn im PTS-Rundown wird nicht erst etabliert, ob die Person überhaupt PTS ist! Es wird unterstellt, dass das bereits vorher korrekt bestimmt wurde. Wenn nun eine Person den PTS-Rundown bekommt, die nicht in Kontakt zu einem SP steht, dann wird sie im Rahmen des Listing- und Nulling trotzdem jemanden finden, von dem man sich unterdrückt oder abgewertet oder gestoppt oder zunichtegemacht oder ähnliches fühlt. Oft zeigen hier Ehepartner an, denn in einer Ehe gibt es genügend Gelegenheiten, sich vom anderen abgewertet, unterdrückt oder gestoppt zu fühlen.

Doch wurde damit eine Person gefunden, zu der der PC zwar Wirkung ist, die aber nicht unbedingt ein SP sein muß. Er mag im ersten Moment nach dem Auditing sogar Gewinne haben, weil das Auditing seine Wirkungsposition handhabt und ihn ursächlicher gegenüber der Person macht. Wenn der PC jedoch jetzt mit der falschen Vorstellung herumläuft, dass diese Person ein SP sei, dann wirkt sich das wie eine ganz massive 3. Partei aus: Er distanziert sich geistig von der Person, da er sich nicht wohl in der Nähe eines SPs fühlt.

Egal wie es auch ausgehen mag, die Folgen sind destruktiv:

Entweder kommt es durch diese 3. Partei zur Trennung von einer Person, was den Dynamiken des PCs nicht gerade dienlich sein mag: Ehescheidungen, aufgelöste Arbeitsverhältnisse, ausgestoßene Kinder, zerstörte Freundschaften sind die Folge.

Oder er kommt doch noch zu dem Schluß, dass diese Person gar kein SP ist und gewinnt dadurch Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Tech: PTSness ohne SP? Falsches Listen-Item? Wie kann das Auditieren eines falschen SPs mir Gewinne geben?

Diese Fehlentwicklung wurde noch durch die Veränderung des PTS-SP-Kurses verschärft. Ursprünglich (in den 70ern) hat Ron ein Checksheet für diesen Kurs gebilligt, das für die Ausbildung von Klasse IV-Auditoren für den PTS-Rundown gedacht war. Dieses Checksheet wurde in den 80ern in kleinen Schritten so verändert, dass das Auditing des PTS-RD daraus entfernt wurde und der Kurs zum Hatten von PTS-Personen verwendet wurde. Weitaus mehr als 20 % der Publics bekommen die Anzeige, dass sie diesen Kurs zur Handhabung "ihrer PTSness" benötigen.

Doch da im Mittelpunkt dieses Kurses die Merkmale und die Beschreibung des SPs steht, wirkt dieser Kurs zusätzlich noch als 3. Partei gegen die im PTS-RD gewonnene falsche Anzeige. Wenn man sich jedoch dann nicht durchringen kann, dass die SP-Merkmale auf die im PTS-RD gefundene Person zutrifft, dann protestiert man gegen das gefundene Item, glaubt auf einem Listenfehler zu sitzen. Es bleibt zumindest eine Verunsicherung bzgl. des Auditings zurück und man wertet seine Gewinne dort wieder ab, was den Fall auch nicht gerade voranbringt.

Zusammenfassung:

PTS sind nur ca. 20 % der Fälle. Diese werden in Session identifiziert, nachdem die Anwendung routinemäßiger aber korrekt angewandter Tech gescheitert ist und der PC daraufhin untersucht wurde, welche der widerstrebenden Fälle bei ihm zutreffen. Wenn es die PTSness sein sollte, dann folgt die PTS-Handhabung.

Darüberhinaus gibt es insbesondere in engen und intensiven Beziehungen (wie z.B. Ehe- oder Arbeitsverhältnissen) unausgewogene Ursache-und-Wirkungs-Verhältnisse. Diese können - oft auch gegenseitig - unterdrückerisch wirken. Diese kann man durchaus wirksam mit Elementen des PTS-Rundowns erleichtern: z.B. Quad-Ruds auf den Ehepartner etc. Doch man sollte sich davor hüten, hier eine PTSness anzuzeigen, die dem PC ein falsches Item geben würde.

Ich hoffe, dies trägt dazu bei, dies Fachgebiet zu entwirren.

Andreas Groß, Aug. 2002


Änderungsstand: 26. August 2002 - Copyright © 2002 by Andreas Groß, Schweiz
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