RPEC -
Reparatur vergangener Ethikzustände -
Die Ausgeburt schwarzer Scientology

Jemand schieb mir:

Hallo Andreas

Einer meiner besten Freunde ist seit Jahren auf Church-Linien. Ihn bringt aber nichts weiter - sein letztes Geld bringt er aber schon hin.

Jetzt ist er durch ewiges hin und her mit diversen Sea Org Terminalen zu der grandiosen Erkenntnis gekommen, daß die Brücke für ihn derzeit irrelevant ist. Statt dessen meint er, er könnte dadurch zu einer geradlinigen Person werden, indem er RPEC macht.

Diesen Verlauf kenne ich von vielen anderen Scientologen. Wenn das Geld alle ist, bleibt einem immer noch Ethik, um Gewinne zu machen. In der CoS ist "Ethik die Anwendung für den kleinen Mann (im Sinne von finanzschwach)".

Und RPEC verspricht einem mal ganz legal (ohne Vorwurf von Selbstauditing oder Squirreln) auf den Whole-Track blicken zu dürfen.

Ich beziehe mich auf die Referenz HCOPL 19. 12. 82 RA II Reparatur vergangener Ethikzustände (RPEC)

Ich basiere meine Kritik nicht allein aus theoretischen Erwägungen, sondern ich habe reichlich praktische Erfahrungen mit dem RPEC: denn auf dem Life Orientation Couse (kurz LOC) habe ich anfang der 90er selbst eine Menge RPEC zusammen mit meinem Twin gemacht.

Die Referenz zu RPEC taucht erst 1982 auf, als das neue Management das alte zu SPs erklärt hatte und Ron nichts mehr zu sagen hatte in der CoS. Das ist schon mal für uns sehr verdächtig, jedoch leider kein Argument für einen braven Churchie, der sogar noch HCOBs von 2003 für gültige LRH-Ausgaben hält :-)

Aber auch für einen gutgläubigen Churchie mag es eine interessante Information sein, dass die erste Revision dieses HCOPLs erst 1990 war und noch folgenden Zusatz trug: "Revidiert, um Daten auszulassen, die nicht von LRH waren und zusätzliche Tech von LRH bezüglich des Handhabens von früheren Ethikzuständen, aufzunehmen. Revisionen nicht kursiv."

D.h. schon 1990 gab die CoS zu, dass das ursprüngliche HCOPL 19. 12. 82 II Reparatur vergangener Ethikzustände (RPEC) nicht autentisch von Ron war!!!

Erstens ein Flußdiagramm, um den komplexen Ablauf von RPEC zu visualisieren:

Für den Interessierten habe ich ein Flußdiagramm erstellt, indem der Ablauf von RPEC bildhaft dargestellt wird. Man liest ein Flußdiagramm von oben nach unten und entlang der Linien. In den Symbolen steht, was getan werden muß. Dabei sind die "Salinos" eine Abfrage von alternativen Wegen. Nähere Informationen zu Flußdiagrammen, einem Programmiererwerkzeug, findet man bestimmt im Internet.

Zweitens eine deutsche Ausgabe dieser Referenz zum Nachlesen und

Drittens: Eine Worddatei, die die massive Veränderung von der 1982er "Originalausgabe" zu der 1990er Ausgabe zeigt.

Die Veränderung von 1982 zu 1990 ist nicht deswegen bemerkenswert, weil das RPEC vielleicht ursprünglich besser gewesen sei, nein, es war schon immer ein Schmarren. Aber die Veränderungen sind so radikal, dass sie einem braven Kirchenmitglied nur zweierlei Schlußfolgerungen übrig lassen:

Interessanterweise werden - entgegen früheren Prinzipien bei der Revision von LRH-Ausgaben - die Veränderungen einer Ausgabe nicht mehr kursiv hervorgehoben. Auch werden frühere Ausgaben entfernt und vernichtet. Früher wurden z.B. noch in den alten Roten Volumes die ursprünglichen Ausgaben mit gedruckt, so dass jeder die Veränderungen nachverfolgen kann. Das ist übrigends im Dokumentationswesen der Industrie und in Behörden allgemeine Gepflogenheit und ein Schutz gegen Fehler.

Auch die zweite Revision (RA) liegt mir vor und trägt das Datum "revidiert am 26. Mai 1998". Dort keine Erwähnung mehr, warum und was revidiert sein könnte. Diese Revision könnte allerdings schon von LRH genehmigt sein, denn bei unmittelbarer Reinkarnation nach seinem Tod könnte der neue, junge LRH damals schon 12 Jahre alt gewesen sein. :-)

Soweit zur Glaubwürdigkeit der neuen Kirchenausgaben.

 

Aber nun zum Inhalt

Aber wenn man sich das Verfahren genau anschaut und kann man selbst erkennen, warum das nicht stimmen kann:

Nach dem obligatorischen Schritt 1 (das Verfahren genau lernen, bevor man es anwendet),
fragt an in Schritt 2, ob man jemals darin versagt hat, eine Ethikformel erfolgreich anzuwenden:
"2. Hast Du jemals versagt, das erwartete Endphänomen von einem Zustand zu erreichen, egal ob der Zustand wirklich zugewiesen oder angewendet wurde oder nicht?"

Allein diese Frage zeigt, dass das RPEC völliger Quatsch ist. Denn man kann mit RPEC niemals in einen Zustand kommen, dass kein RPEC mehr nötig ist. Denn egal wieviel man aufräumt, man wird immer diese Frage mit JA beantworten müssen.

Das wäre so, als wenn Ron bei dem Auditing von Overt/Withholds eine Frage vorwegschiebt, um herauszufinden, ob der PC überhaupt O/Ws gezogen bekommen soll: "Hast Du jemals einen Overt begangen?"

Denn es heißt weiter in der Referenz: "Wenn die Antwort "Nein" ist und die Person glücklich damit ist, wird der Rest der Schritte nicht gemacht, da es unnötig wäre."

Da aber wohl jedes lebende Wesen irgendwann einmal in irgend einem Zustand versäumt hat, die Formel korrekt anzuwenden, wird jeder die Frage heute ehrlich mit JA beantworten müssen und auch nach tausenden von Stunden RPEC immer noch mit JA beantworten, weil die Frage gar nicht diese Reparaturen in Betracht zieht.

Das sind so die Dummheiten in neueren Referenzen, die bei neuen Leuten (die noch logisch zu denken wagen) zu der Erkenntnis führen, dass doch nicht alle LRH-Tech so genial sein kann und bei alten Hasen zu den wüstesten Verrenkungen führt, um den Schwachsinn doch noch zu rechtfertigen. Nur kleine Kinder werden in der Kirche es wagen und ausrufen: "Aber der Kaiser hat doch gar nichts an!".

Im Schritt 3. fragt man: "Was war der niedrigste Zustand, bei dem Du nicht das Gefühl hattest, das erwartete Endphänomen erreicht zu haben?"

Nun: Da man ja nun schon einige Billiarden Jahre auf dem Buckel hat und erst jetzt die genialen Ethikformeln von LRH kennt und anzuwenden versucht, kann man getrost davon ausgehen, dass es genügent Gelegenheiten gab, bei jedem einzelnen der Zustände versagt zu haben. - Also wäre die wahrscheinlichste richtige Antwort bei jedem "Verwirrung".

Nun soll man als nächstes, aber das ist erstaunlicherweise kein separat numerierter Schritt (?), die Frage aufwerfen, wann es das früheste Mal war, als das auftrat. Man geht also eine Kette zurück und sucht den Anfang. Ganz ohne eMeter durchstreift man für sich und ohne Korrekturmöglichkeit eine Kette von Verwirrungszuständen. Oder wie der Text nahelegt, eine Kette von Verratszuständen: "Die Person mag mehrmals versucht haben, die Formel für den Zustand Verrat anzuwenden, ohne das erwartete Endphänomen zu erreichen, oder sie mag nie auch nur versucht haben, die Formel anzuwenden, obwohl sie in ihrem Leben zu verschiedenen Zeiten im Zustand Verrat war. Erhalten Sie den frühesten Zeitpunkt, als dies auftrat, für den niedrigsten Zustand, von dem sie nicht das Gefühl hatte, das erwartete Endphänomen dazu erhalten zu haben."

Das finde ich schon ganz schön heftig. Hier wird man ohne Meterunterstützung und ohne Hilfe eines Auditors auf den Whole-Track geschickt und soll den Anfang einer Kette von Verwirrungszuständen oder Verratszuständen ausfindig machen. Was ist, wenn man nicht den Anfang entdeckt? Wenn es sich daher nicht auflösen kann? - Schade, dann steckt man halt in der Scheiße. - Pech! Dafür hat "LRH" jedoch leider keine Reparatur vorgesehen.

In 4. fragt man sich, ob es der korrekte Zustand war, also ob man dachte, man sei in Verrat und war tatsächlich in Power. Wenn es der falsche war, wird der richtige etabliert und mit diesem weiter gearbeitet.

Aber bleiben wir mal bei dem Beispiel: tiefster Zustand: eine Verwirrung. Wann war die früheste Verwirrung. Diese Frage würde bei korrekter Beantwortung mit größter Wahrscheinlichkeit in einen heftigen Implant am Anfang der Zeitspur führen, wo man unter Einsatz von viel Energie bewußtlos geschlagen wurde und verwirrt wurde und da nicht richtig herauskam.

Es ist auch in Session mit Unterstützung eines E-Meters und Auditors für den PC mit eine der heftigsten Geschehnisse, durch die man nur mit viel Geduld und Führung gewinnend herauskommt. - Aber die CoS läßt hier die RPEC-Studenten mit dieser Frage allein und verweist ausschließlich auf die Formel für Verwirrung, um da wieder herauszukommen. Vielleicht klappt es ja, wenn nicht, gibt es ja noch immer die Herren mit den weißen Jacken, die sich einem dann annehmen wollen...

So geht man dann Zustand für Zustand nach oben, bis man Normal erreicht hat.

Da wir uns als große OTs im Whole Track nach und nach bergab manövriert haben, wird man bei RPEC auf gewaltige Overts stoßen, den man weit zurück in der Vergangenheit gemacht hat.

Nun findet man solch einen riesen Overt, wo man vielleicht ganze Planeten vernichtet hat oder auch nur Millionen Juden vergast oder so was (ich habe mal nur die kleineren möglichen Overts herausgekramt, um für die Leser noch konfrontierbar zu bleiben). Man erkennt, dass das ein ganz schöner Verrat an der Menschheit war und handhabt danach Feind und Zweifel und entscheidet sich, doch lieber ein ganz lieber Kerl sein zu wollen. Doch bei der Formel Belastung hat man dann so sein Problem: Wie mache ich den angerichteten Schaden wieder gut? -

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Soviele Gedankenstriche gibt meine Tastatur gar nicht her, um mein Commlag auf diese Frage zu demonstrieren!

Im Text wird zu Schritt 5 jedoch betont:

"Sie wendet die Formel auf jenen nicht gehand-habten Zustand an, nicht auf eine gegenwärtige Situation oder irgendetwas anderes. Sie führt eine Formel durch, die früher nicht angewandt wurde, oder schließt eine alte unvollständige Formel ab. Lassen Sie sie jeden Schritt der Formel durchführen. ...

Manchmal erfordern es die Formeln, dass die Person irgendwo hingehen und etwas tun muss, um den Zustand zu handhaben. Bei einer Person aus der Öffentlichkeit ist es vielleicht notwendig, dass sie in ihr Büro oder nach Hause gehen muss, um eine Formel abzuschließen. Nun, Sie lassen sie das direkt durchführen, nachdem Sie festgelegt haben, dass es das ist, was es braucht, und dass sie weiß, was sie tun wird. Sie will vielleicht Wiedergutmachung leisten, mit jemandem in Kommunikation gehen oder etwas in Ordnung bringen. Offensichtlich muss sie die notwendigen Schritte durchführen, um durch den Zustand hindurchzukommen."

Interessant die Einschränkung "Bei einer Person aus der Öffentlichkeit" im obigen Absatz. Man will nun nicht riskieren, dass Staffs den Posten verlassen, um irgendwelche Wiedergutmachungen in der Welt durchzuführen. Denn das ist der Schritt, wo bei den unteren Zuständen nicht nur Erkenntnisse erwartet werden, sondern wirklich in der Welt ("im 3U") was zu passieren hat. - Also: Staffs haben kein Recht darauf, ihre Conditions wirklich sauber aus zu arbeiten - oder: Bei Staff funktioniert das anders: Die sind ja Staffs und daher - egal ob sie was produzieren oder auf Posten nur Scheiße bauen - sind sie so upstat, dass das alle früheren Belastungen glatt wieder gut macht. Das ist jetzt nicht von mir ausgedacht, es gibt viele Staffs und Sea Org Member, die wirklich so von sich denken!!!

Nun: Nehmen wir mal an, jemand hatte vor einigen Tausend Jahren in der galaktischen Konföderation einen Kredit über eine Mrd Credits aufgenommen, um sich als Space-Trucker selbständig zu machen (auch Weltraum-Frachter kosten ein Heidengeld!). Nun hat er es leider nicht geschafft und alles in den Sand gesetzt: Piraten usw. - Man kennt ja die Geschichten. Da er den Credit nicht zurückzahlen konnte, landete er zur Abschreckung anderer Kreditnehmer auf dem Knastplaneten Blito-P3 und macht dort RPEC. Dabei erinnert er sich an seine Schulden.

Per der Belastungsformel muß er nun doch die 1 Mrd Credits (oder einen ähnlichen Wert z.B. in Goldbarren) beschaffen, um bei seinen Freunden den Intergalaktischen Bänkern wieder im guten Ansehen zu stehen. Vielleicht holen sie ihn ja sogar dann hier wieder ab...

Kann mir einer mal sagen, was solche Programme, die man sich im Rahmen von RPEC auferlegt (Handhabung alter Mammutschulden oder Widergutmachung bei Millionen von Toten) für einen anderen Wert haben sollen, als einen PC völlig zu überwältigen? Ohne einen Gradienten ihn mit seinen größten oder zumindest ältesten Overts zu konfrontieren und Wiedergutmachung zu fordern?

Interessanterweise beließen es die Ethikbeauftragten auch dabei, die Conditions zu zu weisen und ließen einen mit der Frage allein, wie man da jemals herauskommen soll. Kann man natürlich so gar nicht.

Der richtige Weg hinaus wurde von Ron beschrieben: Der heißt "Gradientien". Man bestimmt immer nur seine gegenwärtige Conditon gemäß den aktuellen Spielen und arbeitet sich eine Stufe höher. Wenn man in Power ist, vergrößert man das Spiel, ist man bereit, einen größeren Verantwortungsbereich zu übernehmen. So kann man Schritt für Schritt heraus kommen und Power erlangen.

Aber jemanden ohne Gradienten mit seinen düstersten Zuständen auf der Gesamtzeitspur zu konfrontieren und dann zu fragen, "was mußt Du tun, um da jemals wieder herauszukommen", ist natürlich rein unterdrückerisch, da immer überwältigend.

Wenn das ginge, würde man damit seinen ganzen Fall auf einen Schlag handhaben können.

Doch dagegen sieht das erklärte Endphänomen des RPEC völlig mickrig aus:

ENDPHÄNOMEN

Das Resultat dieser Aktion ist, dass eine Person nun in der Lage sein wird, ihre gegenwärtigen Zustände anzuschauen, mit einer wiederhergestellten Fähigkeit, die Ethikzustände auf sich selbst anzuwenden, und alle Gewinne zu erlangen, die durch diese Formeln zur Verfügung stehen.

Also eine nette kleine, überschaubare Angelegenheit, die doch sehr notwendig zu tun ist. Wer will das nicht erlangen?

Das Endphänomen passt nicht zu dem Verfahren! Es ist nicht stimmig. Wenn ich wirklich meine früheste Verwirrung finde und schritt-für-schritt durch die Conditions nach oben gehen würde, dann wäre ich raus aus dem Spiel. Ich hätte alles erreicht, was erreichbar wäre: Ton 40, Statik etc.

Tatsächlich wird das Verfahren - wie oben gezeigt - einen nur degradieren: Man stößt seine Nase in seine dunkelsten Zeiten, bringt diese niedrige Condition in seine Gegenwart und fühlt sich nur schlecht. Denn das Programm, was man demnach machen soll, läßt sich nicht umsetzen, also stimmt man damit überein, dass man da unten verbleiben muß.

Wer möchte, dass Du und ich uns einen niedrigen Zustand zuweisen und glauben, wir könnten niemals Conditons auf gegenwärtige Situationen anwenden, bevor die alten Dinge wiedergutgemacht wurden? - Nun: Genau die Verräter von Scientology, die den Laden übernommen haben und Scientology so ins Schwarze verdrehen wollen, dass niemand mehr etwas davon wissen will.

Und RPEC ist einer ihrer schärfsten Projekte: wie hämisch haben sie über uns gelacht, als sie am Konferenztisch in LA diese Sache ausgebrütet und beschlossen haben.

Und wir versuchen aus solchen Referenzen noch einen Sinn zu entnehmen und es irgendwie richtig zu machen. Alle Absolventen des LOC die ich kannte, waren kurz nach dem Kurs gecrasht. Die Lieferung des LOC-Kurs selbst wurde kurz darauf eingestellt. Aber der Kurs ist "natürlich auch von LRH", keine Frage. Ron hat nach seinem "Körper-dropping" 1986 noch so einiges dem David Mistkäfig in die Feder diktiert.

Wer's glaubt? Na die Dummen!

Gruß und viel Erfolg

Andreas Groß


Änderungsstand: 30. Juni 2004 - Copyright © 2004 by Andreas Groß, Schweiz
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